Mittwoch , 16 August 2017
ADAC: Umweltzonen wirkungslos

ADAC: Umweltzonen wirkungslos

Schon im Jahr 2008 hielt der ADAC Umweltzonen für wirkungslos. Nach Ansicht des ADAC seien diese schlichtweg Unsinn. Etwaige Klagen diverser betroffener Anwohner, unterstützt durch den ADAC, blieben damals ohne Erfolg (vgl. z.B. hier, Anwohner gegen Land Berlin).

Ganz aktuell muss sich jedoch die Bundesrepublik Deutschland wegen Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte in zahlreichen Umweltzonen auf einen Rechtsstreit mit der Europäischen Union einstellen. Dies teilt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) am 02.02.2012 mit. Sollte es zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) gegen Deutschland kommen, drohten vielen Städten empfindliche Strafzahlungen. In Betracht kämen nach Informationen des ADAC Strafen von etwa 100.000 EUR pro Überschreitungstag. Gemäß EU-Luftreinhalterichtlinie dürfen die Feinstaub-Grenzwerte jedoch nur an 35 Tagen pro Jahr überschritten werden.

Nach Auffassung des ADAC stellen Umweltzonen außerdem einen Eingriff in die Mobilität vieler Autobesitzer dar. Überwiegend betroffen seien Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen, die sich meist kein neues Auto oder eine Filter-Nachrüstung leisten können.

“(…) In fast 60 deutschen Städten wurden in den vergangenen Jahren Umweltzonen errichtet. Diese haben den Kommunen lediglich einen monströsen Verwaltungsaufwand beschert und vielen Autofahrern existenzielle Nachteile gebracht. Ansonsten haben sie praktisch nichts bewirkt“, so ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker in einer aktuellen Pressemitteilung des Automobilclubs.

Laut ADAC haben Untersuchungen der Feinstaubwerte inzwischen gezeigt, dass Umweltzonen nicht die von ihren Befürwortern erhofften Wirkungen haben. Gefragt seien alternative Antriebstechnik und intelligente Verkehrsleitsysteme.

Hierzu lesenswert folgendes ADAC-Infogramm (Quelle: KFZ-Betrieb-Vogel):

Quelle: ADAC v. 02.02.2012

Über JR

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5 Kommentare

  1. Von der Umwelteffektivität her müssten die Umweltzonen abgeschafft werden.

    Da jeder Aufkleber jedoch 5,00 EUR einbringt, werden die Umweltzonen erweitert werden, damit von diesen Einnahmen die Bußgelder gezahlt werden können. Hauptsache kostenneutral…

  2. Nun wurde die Umweltzone in Köln noch erweitert, wir empfinden dies als reine Schikane. Als Isettabesitzer dürften wir damit nun das Grundstück nicht mehr verlassen…?
    Eine andere Frage… Warum eigentlich müssen die Autobesitzer mit sauberen Autos eigentlich die 5 Euro für eine Plakette aufbringen und nicht diejenigen , die den angeblichen Feinstaub verursachen???

  3. @KW-Köln: Kein H-Kennzeichen? Fahrzeugklasse beachten!

  4. Schade das der TAZ-Link kaputt ist, denn er war sehr lesenswert.
    Argumentation des Richters:
    Alle Sachverständige (außer des ADAC-Sachverständigen) sind sich einig, das Umweltzonen etwas bringen. In Berlin wurden 58% von den besonders gefährlichen PM2,5 gemessen.
    http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2788

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