Mittwoch , 18 Oktober 2017
Blitzer-Info Teil 6: Poliscan Speed (LIDAR – Lasermessung) – Update 3/2014

Blitzer-Info Teil 6: Poliscan Speed (LIDAR – Lasermessung) – Update 3/2014

Diese Info-Reihe stellt aktuell in Deutschland in der Verkehrsüberwachung eingesetzte Messgeräte vor.

In der motorisierten Bevölkerung besteht die weit verbreitete Auffassung, Geschwindigkeitsmessungen seien in Ordnung und nicht angreifbar.

Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass die Messgeräte nicht gemäß der Bedienungsanleitung bedient wurden, das Messpersonal nicht geschult oder Messfehler zu beklagen waren.

Heute geht es um ein relativ neues digitales Geschwindigkeitsmessgerät.

Bezeichnung: Poliscan Speed

Funktion: Geschwindigkeitsmessung  (Lasertechnik – LIDAR) mit digitaler Fotoeinrichtung

Einsatz: stationär; mobil – Messung auf Stativ; Messung vom Fahrbahnrand. Messentfernung ca. 50-20 m des ankommenden Verkehrs. Motorräder können gemessen werden

mögliche Fehler: Meßwertzuordnung, Dokumentation, fehlende Schulung des Messpersonals

Eine Überprüfung des Messvorgangs durch einen Sachverständigen für Verkehrstechnik ist möglich.

Das Messgerät muss zum Zeitpunkt der Messung gültig geeicht sein.

Besonderheit:

Laut Herstellerangabe soll das Laser-Geschwindigkeitsmessgerät den gesamtem befahrbaren Bereich einer Straße abtasten und auf diese Weise Messungen auf mehreren Fahrspuren gleichzeitig durchführen können.

Bisher haben das OLG Frankfurt, das KG und das OLG Düsseldorf und das OLG Schleswig das Messverfahren als “standardisiertes Messverfahren” angesehen. Im niedrigen Geschwindigkeitsbereich gibt es einen durch Sachverständige vorgenommenen Versuch, in welchem ein stehendes Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von  26 km/h gemessen wurde! Mehr dazu hier.

Update 3/2014:

Von dem  Sachverständigen Dipl. Phys.  Klaus Schmedding wurde eine Auswertung von ca. 160 Falldatensätzen (Messungen mit Poliscan Speed) vorgenommen.

Der Sachverständige stellte fest, dass sowohl erhebliche Abweichungen bzgl. der ersten und letzten Erfassungsposition des Fahrzeugs, als auch der eigentlichen Messphase zum vorgeworfenen Geschwindigkeitswert festgestellt werden konnten.

Der Sachverständige erwähnt eine Laufzeitmessung an unterschiedlich reflektierenden Bauteilen der Frontkarosserie, welche er als eine faktische Stufenprofilmessung bezeichnet.

Schließlich sieht er die geräteinterne zulässige Toleranzbreite der einzelnen Geschwindigkeitsmesswerte als zu groß an und vertritt die Auffassung, dass “diese sehr große” Bandbreite nicht selten einen Grund für einen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid darstelle, wenn derart Betroffene an dem Tacho (nach dem Fotopunkt) eine geringere Geschwindigkeit abgelesen haben, als von der Behörde vorgeworfen.

Quelle: (Aufsatz des Dipl. Phys. Klaus Schmedding: Vitronic Poliscan Speed im (Stufen-) Profil; abgedruckt in DAR 12/2013, S. 726 ff.)

 

Über RA Schlemm

Rechtsanwalt Romanus Schlemm ist als Fachanwalt für Verkehrsrecht in der Kanzlei Gärth-Martin Steuerberater Rechtsanwalt PartGmbB in Wetzlar in den Rechtsgebieten Verkehrsrecht und Baurecht tätig. Webseiten: www.geblitzt-was-tun.de; www.oldtimer-recht.de; www.gaerth-martin.de

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