Donnerstag , 17 August 2017

Motorrad-Urteile

Der Motorrad(teile)diebstahl und die Beweisnot

Der Motorrad(teile)diebstahl und die Beweisnot

Der Fall: Nach einer Motorradtour mit einem  befreundeten Motorradfahrer im April 2012 fuhr ein ein Mandant nach Hause, wo er nach seinen Angaben sein Motorrad, eine  Kawasaki Ninja ZX – 10 R, in einem Zeltpavillon auf seinem Grundstück abgestellt hat. Er gab an, dass er das Motorrad am Abend auf zwei Montageständer aufgebaut und mit einem Abus-Schloss an der rechten Bremsscheibe des Vorderrads gesichert habe. Nach seinen Angaben musste er am darauf folgenden Morgen feststellen, dass der Auspuffendtopf und beide Räder fehlten. Die Polizei wurde informiert und nahm die Diebstahlsanzeige auf. Der Kaskoversicherer verweigerte jedoch die Regulierung des Diebstahlschadens mit der Argumentation, dass sich bereits im Jahre 2011 an gleicher Stelle ein Diebstahl des Hinterrades sowie des Auspuffs ereignet habe und der Motorradfahrer  keine Belege eingereicht habe, die eine Ersatzbeschaffung der Teile aus dem ersten Versicherungsfall nachweisen. Die Entscheidung: Der Motorradfahrer erhob schließlich Klage vor dem Amtsgericht Friedberg und dieses ... Mehr lesen »

Motorradunfall: Fahren ohne Motorradschuhe – Mitverschulden bei Unfall?

Motorradunfall: Fahren ohne Motorradschuhe – Mitverschulden bei Unfall?

Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte über einen Motorradunfall zu entscheiden, bei welchem ein Motorrad mit einem PKW kollidierte und der Motorradfahrer ohne Motorradstiefel bzw. Motorradschuhe unterwegs war. Der Fall: Die Motorradfahrer befuhr eine Straße, auf welcher sich auf der rechten Seite Parkbuchten befanden. Ein PKW-Fahrer wollte rückwärts von einer solchern quer zur Fahrbahnrichtung angeordneten Parkbucht auf die Fahrbahn ausparken, wobei aufgrund eines neben diesen Pkw geparkten größeren Fahrzeugs eine Sichtbehinderung vorhanden war. Bei der Rückwärtsfahrt auf die Straße kam es zur Kollision mit dem Motorrad. Der Unfall der eignete sich so, dass der hintere Stoßfänger des PKW´s das Motorrad auf der rechten Seite im vorderen Bereich traf, wobei die Kollision an diesem Stoßfänger eine Öffnung mit scharfer Kante verursachte, an welche der Motorradfahrer mit seinem rechten Fuß geriet. Der Motorradfahrer war bekleidet mit einem Motorradhelm, einer Motorradjacke, Motorradhandschuhen sowie einer Arbeitshose und Sportschuhen. Der Motorradfahrer erlitt so schwere Fussverletzungen, dass eine distale ... Mehr lesen »

Motorradunfall: Rechtsüberholen des Motorradfahrers contra Rechtsabbiegen eines PKW in ein Grundstück

Motorradunfall: Rechtsüberholen des Motorradfahrers contra Rechtsabbiegen eines PKW in ein Grundstück

Der Fall: Ein PKW wollte nach rechts in eine Grundstückseinfahrt abbiegen. Hinter dem PKW fuhr ein Motorrad. Beim Abbiegevorgang des PKW kam es zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge. Die jeweilige Unfalldarstellung wich -wie so oft- voneinander ab. Der Motorradfahrer ließ vortragen, dass der Pkw sich zunächst über die Mittellinie hinaus nach links eingeordnet habe, als ob er nach links hätte abbiegen wollen, dann aber plötzlich und ohne rechten Blinker nach rechts in das Grundstück abgebogen sei. Der linke Blinker sei allerdings zuvor auch nicht gesetzt worden. Der Pkw-Fahrer dagegen gab an, dass der Motorradfahrer versucht habe, ihn ungebremst rechts zu überholen, wobei er den Pkw womöglich übersehen bzw. dessen Fahrverhalten nicht richtig eingeschätzt habe. Nachdem die Eigentümerin des Motorrads ihre Schadenersatzklage in erster Instanz vor dem Amtsgericht in voller Höhe gewonnen hatte, legte die Gegenseite Berufung ein. Die Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken: Das Landgericht sah dies anders und kam zu ... Mehr lesen »

Vorsicht bei Chiptuning – Rücktrittsgrund bei Gebrauchtfahrzeugkauf

Vorsicht bei Chiptuning – Rücktrittsgrund bei Gebrauchtfahrzeugkauf

Der Fall: Das Oberlandesgericht Hamm hatte am 9.2.2012 über einen Rücktritt vom Gebrauchtwagenkauf im Rahmen der Berufung zu entscheiden. Es ging um den Kauf eines Gebrauchtwagens von einem Händler am 25.10.2008. Knapp ein Jahr und 94.205 km nach dem Kauf kam nach einem Motorschaden nämlich heraus, dass der ursprüngliche Fahrzeughalter im Mai 2006 bei einem Kilometerstand von 26.729 ein leistungssteigerndes Chiptuning durchführte und das getunte Fahrzeug über eine Laufleistung von ca. 60.000 km genutzt wurde. Vom Käufer wurde der Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt. Die Entscheidung: Das OLG Hamm sah den Rücktritt als berechtigt an mit der Argumentation, dass die längere Verwendung eines Gebrauchtwagens, der zum Zweck der Leistungssteigerung mit einem Chip-Tuning ausgestattet ist, den nicht ausräumbaren Verdacht erhöhten Verschleißes des Motors und anderer für den Fahrzeugbetrieb bedeutender Bauteile begründen könne. Nach Auffassung des OLG Hamm war das Fahrzeug somit mit einem Sachmangel belastet, welcher zum Rücktritt berechtige, zumal auch eine ... Mehr lesen »