Dienstag , 22 August 2017
Motorrad fällt um – Haftung für Fremdschäden?

Motorrad fällt um – Haftung für Fremdschäden?

Wer zahlt eigentlich, wenn das abgestellte Motorrad umfällt und dabei ein daneben geparktes Auto beschädigt?

Der Motorradfahrer ist jedenfalls nicht immer schadensersatzpflichtig. Der geschädigte Autobesitzer muss dann für seinen Schaden selbst aufkommen, wenn das Motorrad durch den Haupt- oder Seitenständer ordnungsgemäß gegen das Umkippen abgesichert wurde. Mangels Verschuldens scheidet demnach eine Haftung des Motorradfahrers aus, § 823 I BGB.Auch eine Schadensersatzpflicht aus Gefährdungshaftung scheidet aus, § 7 StVG. Hier wird zwar kein Verschulden vorausgesetzt. Jedoch müsste sich im Schaden die typische Betriebsgefahr des Motorrades realisiert haben. Hierbei ist notwendig, dass das Fahrzeug durch seine Fahrweise oder sonstige Verkehrsbeeinflussung zur Entstehung des Schadens beigetragen hat. Demzufolge kann eine Betriebsgefahr nicht von einem parkenden Fahrzeug ausgehen.

Fazit:
Ein Geschädigter ohne Vollkaskoversicherung muss demnach für seinen Schaden am Auto selbst aufkommen. Rein juristisch betrachtet ist dieses Ergebnis korrekt und im Grunde wenig spektakulär. Der geschädigte Autofahrer wird sich vermutlich dennoch ärgern.

Quelle: Amtsgericht Rüsselsheim, Urteil vom 02.07.1999, AZ: 3 C 536/99 (33)

Über JR

Leidenschaftlicher Motorradfahrer, LawBike.de Betreiber

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