Motorradreifen umrüsten ohne Risiko

Motorradreifen umrüsten ohne Risiko

Wer statt der Serienbereifung andere Reifen für sein Motorrad verwenden möchte, sollte sorgfältig prüfen, ob für sein Fahrzeug eine Reifenbindung besteht. Wenn das der Fall ist, muss vor der Umrüstung geprüft werden, ob der gewünschte Reifen in der Betriebsanleitung oder in der Zulassungsbescheinigung (Teil I) verzeichnet ist. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann man sich direkt auf die Suche nach den richtigen Reifen machen. Sollte er dort nicht genannt sein, ist eine Freigabe oder Unbedenklichkeitsbescheinigung des Fahrzeug- bzw. Reifenherstellers erforderlich, die bei Fahrten mitzuführen ist.

Die Rechtslage bei der Bereifung von Motorrädern

Die Zulässigkeit einer Reifenumrüstung bei Motorrädern ist je nach Fallkonstellation unterschiedlich zu beurteilen. Gibt es keine Reifenbindung, dürfen grundsätzlich alle dimensionsgerechten Reifen verwendet werden, die den Normen der ECE (Economic Commission für Europe) entsprechen. Will der Halter jedoch auf eine andere, für die Serienfelge zulässige Dimension umrüsten, ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung bzw. Freigabe des Fahrzeug- oder Reifenherstellers erforderlich. Diese muss bei Kontrollen im öffentlichen Straßenverkehr vorgezeigt werden können.
Besteht eine Reifenbindung, ist eine Umrüstung auf ein anderes Reifenfabrikat oder -modell in der serienmäßig vorgesehenen Dimension nur mit einer Freigabeerklärung oder Unbedenklichkeitsbescheinigung des Fahrzeug- oder Reifenproduzenten erlaubt. Dies gilt auch dann, wenn eine Umrüstung auf eine andere, für die Serienfelge zugelassene Dimension stattfinden soll. Kann eine erforderlich Freigabeerklärung oder Unbedenklichkeitsbescheinigung bei einer Kontrolle nicht vorgelegt werden, wird zumeist eine Mängelkarte ausgestellt. Die geforderten Dokumente sind dann binnen einer Woche vorzulegen. Geschieht dies nicht, ist ein Bußgeldverfahren zu erwarten. Kann die Zulässigkeit der Umrüstung anhand einer Freigabe- oder Unbedenklichkeitserklärung nachgewiesen werden, ist eine Vorstellung des Fahrzeugs bei einem Sachverständigen nicht erforderlich. Anders kann es dann sein, wenn Zweifel daran bestehen, dass die Umrüstung den Vorgaben in den vorgelegten Dokumenten entspricht. Unbedenklichkeitserklärungen sind meist über die Webseiten der Fahrzeug- bzw. Reifenerzeuger verfügbar. Außerdem helfen Vertragshändler der Motorradmarke und Reifenhändler vor Ort weiter. Ob eine Reifenbindung besteht, ergibt sich beim “alten” Fahrzeugschein aus den Eintragungen in den Feldern 20 bis 23 hinsichtlich der Dimensionen und im Feld 33 bezüglich einer etwaigen Fabrikatsbindung. In der seit September 2005 ausgegebenen Zulassungsbescheinigung Teil I sind Vorgaben zur Dimension der Reifen unter den Punkten 15.1 und 15.2 verzeichnet, während Fabrikatsbindungen unter Punkt 22 zu finden sind. Manchmal wird hier auf die Betriebserlaubnis Bezug genommen.

Folgen unzulässiger Umrüstungen

Fehlt es an einer erforderlichen Freigabe oder Unbedenklichkeitsbescheinigung, wird meist das Erlöschen der Betriebserlaubnis gemäß § 19 Absatz 2 Nr. 2 der StVO angenommen und ein Bußgeld gemäß § 69a Absatz 2 Nr. 1a StVO verhängt.

Über JR

Leidenschaftlicher Motorradfahrer, LawBike.de Betreiber

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