Motorradunfall – Abzug beim Ersatz für die Schutzkleidung?

Motorradunfall – Abzug beim Ersatz für die Schutzkleidung?

Wird ein Motorradfahrer unverschuldet in einen Unfall verwickelt, so muss der Unfallgegner sowie der dahinter stehende Haftpflichtversicherer dem Geschädigten dessen Schaden ersetzen.

Eine bedeutende Schadenspositionen stellt die Schutzkleidung dar, welche z.B. nach einem Sturz mehr oder weniger beschädigt wird.

Die deutsche Rechtsprechung ist da leider nicht einheitlich. Während einige Gerichte den bei der Schadensberechnung von beschädigter „normaler“  Kleidung üblichen Abzug „Neu für alt“ anwenden, gibt es auch Rechtsprechung, welche dem geschädigten Motorradfahrer Ersatz in voller Höhe des Kaufpreises der Schutzkleidung zusprechen, auch wenn diese zum Unfallzeitpunkt nicht mehr neu war.

Hierzu zählen insbesondere die Urteile der Landgerichte  Darmstadt  (Urteil v. 28.08.2007,  AZ. 13 O 602/05); Verden (Urteil v. 25.10.2007, AZ 5 O 220/07) und Potsdam  (Urteil v. 11.12.2008, AZ.: 3 S 59/08).

Argumentativ wurde die Schutzfunktion der Kleidung in den Vordergrund gestellt. Diese soll nach Auffassung dieser Gerichte auch in Zukunft gewährleistet sein und nicht mit einem Abzug belastet werden.

Erfreulicherweise ist im Jahre 2009 eine entsprechende obergerichtliche Entscheidung, nämlich die des Oberlandesgerichts München hinzugekommen. (OLG München ,  Beschluss vom 23.01.2009, AZ. 10 U 4104/08).

Da die Schutzkleidung u.a. nicht nur den Schutzhelm, sondern auch Jacke, Hose, Motorradkombi, Handschuhe und Stiefel umfasst und gute Schutzkleidung nun mal ihren Preis hat, sind hier auch finanziell bedeutende Schadenspositionen betroffen.

Für die Unfallregulierung empfiehlt es sich, einen fachlich versierten Rechtsanwalt damit zu beauftragen. Die wenigsten Unfallgeschädigten wissen, dass der Bundesgerichtshof bereits seit einiger Zeit entschieden hat, dass der schuldlos in einen Verkehrsunfall verwickelte Geschädigte einen Rechtsanwalt seiner Wahl mit der Unfallregulierung beauftragen kann, dessen Kosten schließlich der gegnerische Haftpflichtversicherer tragen muss.

Über RA Schlemm

Rechtsanwalt Romanus Schlemm ist als Fachanwalt für Verkehrsrecht in der Kanzlei Gärth-Martin Steuerberater Rechtsanwalt PartGmbB in Wetzlar in den Rechtsgebieten Verkehrsrecht und Baurecht tätig. Webseiten: www.geblitzt-was-tun.de; www.oldtimer-recht.de; www.gaerth-martin.de

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