Mittwoch , 16 August 2017
Nutzungsausfall für verunfalltes Motorrad trotz vorhandenem PKW?

Nutzungsausfall für verunfalltes Motorrad trotz vorhandenem PKW?

Die Rechtsprechung ist auch hier nicht einheitlich:

Das Oberlandesgericht Düsseldorf (Urteil vom 10. März 2008, Aktenzeichen I-1 U 198/07) hatte einen Fall zu entscheiden, in welchem ein Motorrad (Harley-Davidson) unfallbedingt beschädigt wurde, welches nicht ausschließlich zur Freizeitgestaltung eingesetzt wurde, sondern auch für Fahrten zur Arbeit. Das OLG Düsseldorf sprach dem Geschädigten, welchem auch noch ein PKW zur Verfügung stand, in diesem Fall den Ersatz des Nutzungsausfallschadens zu.Pech hatte der Unfallgeschädigte in der Entscheidung des Landgerichtss Wuppertal (Urteil vom 20.12.2007, Aktenzeichen 9 S 415/06). Dort wurde das verunfallte  Motorrad als reines Freizeitgerät benutzt;  die abstrakt berechnete Nutzungsausfallentschädigung wurde abgelehnt.

Genauso entschied das KG Berlin (Beschluss vom 26.11.2003, Aktenzeichen 12 U 181/03). In dem zur Entscheidung stehenden Fall wurde eine Ducati beschädigt und der Geschädigte verfügte auch über einen Pkw. Der Geschädigte legte in dem Verfahren nicht dar, das Motorrad für Zwecke ( Fahrten zur Arbeit; Ausflüge am Wochenende) zu halten, welche mit dem Pkw nicht erreicht werden können.

Im Falle eines Motorradunfalles hat somit ein Motorradfahrer, der seine Maschine auch für die Fahrt zum Arbeitsplatz, etc. nutzt, bessere Chancen, einen nach Tabelle berechnenden abstrakten Nutzungsausfall vom Unfallgegner zu erhalten.

Quelle: Kfz-Betrieb Dezember/09

Über RA Schlemm

Rechtsanwalt Romanus Schlemm ist als Fachanwalt für Verkehrsrecht in der Kanzlei Gärth-Martin Steuerberater Rechtsanwalt PartGmbB in Wetzlar in den Rechtsgebieten Verkehrsrecht und Baurecht tätig. Webseiten: www.geblitzt-was-tun.de; www.oldtimer-recht.de; www.gaerth-martin.de

3 Kommentare

  1. Alles schön und gut! Aber sehe ich das richtig, dass letztlich alles davon abhängt, ob man auch beweisen kann, dass man das Moped für Fahrten zur Arbeit braucht?

    Wann soll dies denn der Fall sein, wenn insbesondere noch ein Auto verfügbar ist!?

  2. Wie gesagt, die Rechtsprechung ist uneinheitlich. Aber wenn das Motorrad für die Fahrten zur Arbeit auch vor dem Unfall benutzt wurde -also der Nutzungswille dokumentiert wurde- bestehen m. E. gute Chancen für eine gerichtliche Auseinandersetzung.

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