Freitag , 23 Juni 2017

Schlagwörter Archiv: Motorradunfall

OLG Hamm: Haftung für rutschigen Fahrbahnbelag nach Motorradunfall – Verletzung der Verkehrssicherungspflicht

OLG Hamm: Haftung für rutschigen Fahrbahnbelag nach Motorradunfall – Verletzung der Verkehrssicherungspflicht

Der Fall: Eine Motorradfahrerin stürzte in Nordrhein-Westfalen auf regennasser Straße mit ihrem Motorrad, wobei dieses beschädigt wurde. Die zur Unfallstelle gerufenen Polizeibeamten stellten eine rutschige, nasse Fahrbahn sowie Kratzspuren und Farbabrieb auf der Fahrbahn und eine Rutschspur in den Straßengraben fest. Die Motorradfahrerin verklagte das Land NRW mit der Argumentation, dass eine Verkehrssicherungspflichtsverletzung vorgelegen habe und verlor zunächst in erster Instanz. Mehr lesen »

OLG Frankfurt: Motorradfahren im Pulk kann zu Haftungsausschluß bei Verkehrsunfall führen

OLG Frankfurt: Motorradfahren im Pulk kann zu Haftungsausschluß bei Verkehrsunfall führen

Der Fall: Ein Motorradfahrer (Im folgenden als Kläger bezeichnet) fuhr zusammen mit 3 weiteren Motorradfahrern in einer Gruppe auf einer Landstraße. Der erste der Gruppe kollidierte in einer Kurve mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der Kläger fuhr direkt dahinter und stürzte mit seinem Motorrad. Verursachung und Details dieses Sturzes konnten nicht aufgeklärt werden. Der Kläger erlitt bei dem Sturz erhebliche Verletzungen, sein Motorrad wurde vollständig beschädigt. Der hinter ihm fahrende Motorradfahrer kam ebenfalls zu Fall, der letzte Motorradfahrer der Gruppe konnte sich zwischen den rutschenden und liegenden Motorrädern ohne Sturz hindurchschlängeln. Der Kläger behauptete, dass er aufgrund der Kollision des ersten Motorrads sein Motorrad habe abbremsen müssen und noch rechtzeitig zum Stehen gebracht habe, als der hinter ihm in der Gruppe fahrende Motorradfahrer auf das Heck seines Motorrads aufgeprallt sei und ihn dabei mitgeschleppt habe. Die Entscheidung: Nachdem das Landgericht Darmstadt nach einer Beweisaufnahme (Zeugen; Sachverständiger) die Klage abgewiesen hatte, musste ... Mehr lesen »

OLG München: Motorradunfall – Kein Abzug  “Neu für alt” bei beschädigter Schutzkleidung

OLG München: Motorradunfall – Kein Abzug “Neu für alt” bei beschädigter Schutzkleidung

Der Fall: Das OLG München hatte am 26.06.2015 in der Berufung über einen Motorradunfall zu entscheiden, bei welchem unter anderem die Motorradschutzkleidung (Helm, Motorradstiefel und Lederkombi) beschädigt wurden. Die Entscheidung: Das OLG sprach dem verunfallten Motorradfahrer den Ersatz der bei dem Motorradunfall beschädigten Schutzkleidung ohne einen Abzug “Neu für alt” zu; aufgrund einer Mithaftung des Motorradfahrers an dem Unfall jedoch in einer Quote von 50%. Die Schutzkleidung dient nach Auffassung des OLG ausschließlich der Sicherheit, so dass eine Vermögensmehrung bei Neuanschaffung bei dem Geschädigten nicht eintritt und aus diesem Grund der im Bereich des Kleiderschadens übliche Abzug nicht vorgenommen werden darf. Quelle: OLG München, Urteil vom 26. Juni 2015 – 10 U 2581/13 –, juris; siehe auch OLG München, Urteil vom 23. Januar 2009 – 10 U 4104/08 –, juris Mehr lesen »

LG Heilbronn: Dashcam kein Beweismittel für Unfallhergang

LG Heilbronn: Dashcam kein Beweismittel für Unfallhergang

Wir berichteten bereits hier und hier über zwei Entscheidungen Dash-Cams betreffend. Aktuell hatte sich nun das LG Heilbronn mit einem Unfall mit Motorradbeteiligung in der Berufungsinstanz zu befassen: Der Fall: VW Passat gegen Suzuki 650 Leider ist der Berufungsentscheidung der genaue Unfallsachverhalt des sich auf einer Landstraße ereigneten Unfalls nicht zu entnehmen.  Offensichtlich fuhr der Passat von einem Industriegebiet auf die vorfahrtsberechtigte Landstraße, auf welcher die Motorradfahrerin mit ca.  25 km/h gefahren sein soll und es  kam im Einmündungsbereich zur Kollision. Die Entscheidung: Nachdem die Klage des Passatfahrers bereits vom Amtsgericht Besigheim abgewiesen wurde, hatte auch die Berufung keinen Erfolg. Der Unfall konnte nicht genau aufgeklärt werden. Der Unfallhergang wurde aus dem Passat  offenbar mit einer dort installierten Full-HD-Dashcam mit Nachtsichtmodus aufgenommen. Die Aufnahme wurde als Beweismittel im Prozess angeboten. Der im Prozess involvierte Sachverständige konnte nicht ausschließen, dass sich bei Betrachten der Aufnahme weitere Erkenntnisse für die Unfallrekonstruktion ergeben ... Mehr lesen »

Verkehrsunfall gehabt und keine Zeugen vor Ort?

Verkehrsunfall gehabt und keine Zeugen vor Ort?

Bei einem unverschuldetem Verkehrsunfall kann es von erheblicher Bedeutung sein, wenn man auf -idealerweise unbeteiligte- Augenzeugen zurückgreifen kann, die den Unfallsachverhalt bestätigen können. Nicht selten kommt es vor, dass Unfallgegner noch am Unfallort vermeintlich einsichtig sind und dann später im Rahmen der Unfallregulierung mit dem gegnerischen Haftpflichtversicherer in ihrer Schadenmeldung plötzlich ganz andere oder widersprechende Angaben machen. Ein ganz beliebter Klassiker bei Auffahrunfällen ist da z.B. die Behauptung, der Unfallgegner sei an der roten Ampel gestanden und beim Wechsel auf Grün einfach rückwärts gefahren. Gerne wird bei Unfällen mit Motorradfahrern auch behauptet: “Der war ja viel zu schnell!” Schenkt dann der gegnerische Haftpflichtversicherer der Schadenmeldung seines Versicherungsnehmers Glauben und verweigert die Regulierung, dann ist man gezwungen, Klage zu erheben, was natürlich einen Zeit- und Kostenaufwand bedeutet. Aber auch im Unfallprozess kann man ein Problem haben, wenn man den Unfallhergang nicht beweisen kann. Unfallzeugen können also sehr bedeutsam sein. Oft  wird ... Mehr lesen »