Schlagwörter Archiv: Motorradunfall

Motorradunfall: Rechtsüberholen des Motorradfahrers contra Rechtsabbiegen eines PKW in ein Grundstück

Motorradunfall: Rechtsüberholen des Motorradfahrers contra Rechtsabbiegen eines PKW in ein Grundstück

Der Fall: Ein PKW wollte nach rechts in eine Grundstückseinfahrt abbiegen. Hinter dem PKW fuhr ein Motorrad. Beim Abbiegevorgang des PKW kam es zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge. Die jeweilige Unfalldarstellung wich -wie so oft- voneinander ab. Der Motorradfahrer ließ vortragen, dass der Pkw sich zunächst über die Mittellinie hinaus nach links eingeordnet habe, als ob er nach links hätte abbiegen wollen, dann aber plötzlich und ohne rechten Blinker nach rechts in das Grundstück abgebogen sei. Der linke Blinker sei allerdings zuvor auch nicht gesetzt worden. Der Pkw-Fahrer dagegen gab an, dass der Motorradfahrer versucht habe, ihn ungebremst rechts zu überholen, wobei er den Pkw womöglich übersehen bzw. dessen Fahrverhalten nicht richtig eingeschätzt habe. Nachdem die Eigentümerin des Motorrads ihre Schadenersatzklage in erster Instanz vor dem Amtsgericht in voller Höhe gewonnen hatte, legte die Gegenseite Berufung ein. Die Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken: Das Landgericht sah dies anders und kam zu ... Mehr lesen »

Spurwechsel wegen Hindernisses – kein Reißverschlussprinzip

Spurwechsel wegen Hindernisses – kein Reißverschlussprinzip

Das hat das Amtsgericht München entschieden. Der Fall: Ein VW Cabrio fuhr in der Münchner Innenstadt (Widenmayerstraße) auf der linken Spur von zwei Spuren. Auf dieser Spur parkte ein Möbelwagen, so dass der PKW zum Spurwechsel gezwungen war. Beim Wechsel von der linken auf die rechte Spur kam es zur Kollision mit einem dort fahrenden Fiat Punto. Die Fahrerin des VW Cabrio machte zunächst ihre Ansprüche beim gegnerischen Haftpflichtversicherer außergerichtlich geltend. Dieser verweigerte eine Zahlung, und es kam zur Klage vor dem Amtsgericht München. Die Cabriofahrerin vertrat die Argumentation, dass die Fahrerin des Fiat Punto wegen des Reißverschlussprinzips ihr den Spurwechsel auf die rechte Spur gefahrlos hätte ermöglichen müssen. Die Entscheidung: Das Amtsgericht München wies die Klage ab. Der Unfall sei alleine durch den unachtsamen Spurwechsel der Cabriofahrerin verursacht worden. Entgegen der Argumentation der Cabriofahrerin sei das Reißverschlussprinzip für den vorliegenden Fall nicht anwendbar gewesen, da ein Hindernis in Form des Möbelwagens die Fahrspur ... Mehr lesen »

Bierbikes und Pedelecs

Bierbikes und Pedelecs

waren u.a. ein Thema beim 50. Verkehrsgerichtstag vom 25.01.- 27.01.12 in Goslar. Aber es standen auch Motorradfahrer betreffende Themen auf der Tagesordnung der Arbeitskreise, wie z.B.: Arbeitskreis I: Ansprüche naher Angehöriger von Unfallopfern Arbeitskreis II: (Mit)Haftung des Unfallopfers bei eigener Sorgfaltspflichtverletzung Arbeitskreis III: Verkehrsgefährdung durch krankheitsbedingte Mängel an Fahreignung und Fahrsicherheit Arbeitskreis V: Fahrlässige Körperverletzung und Tötung im Straßenverkehr als Straftat Diese Arbeitskreise haben u.a. empfohlen, dass ein Schmerzensgeld für Ehe- und Lebenspartner sowie Eltern und Kinder in Fällen fremdverursachter Tötung gezahlt wird (I). Ein solcher Entschädigungsanspruch sollte durch den Gesetzgeber entwickelt werden dass der Unfallgeschädigte an seiner Gesundung und der Wiedererlangung seiner Arbeitsfähigkeit in zumutbarem Rahmen mitwirken solle (II) Das -freiwillig- in Anspruch genommene Reha-Management habe sich bewährt, es sollte verstärkt genutzt und aktiv eingefordert werden dass weitere Forschungen zur Häufigkeit von Unfällen aufgrund krankheitsbedingter Einschränkungen der Fahreignung erforderlich seien (III) keine Entkriminalisierung der fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr (V). ... Mehr lesen »

OLG Stuttgart: überholender Motorradfahrer haftet bei schwerwiegendem Verkehrsverstoß bei Kollision mit Linksabbieger alleine

OLG Stuttgart: überholender Motorradfahrer haftet bei schwerwiegendem Verkehrsverstoß bei Kollision mit Linksabbieger alleine

Das OLG Stuttgart hatte in der Berufungsinstanz über einen schweren Motorradunfall zu entscheiden. Der Fall: Der auf einer Bundesstraße fahrende Motorradfahrer schloss auf eine Fahrzeugkolonne, bestehend aus etwa 5 PKWs auf, welche mit etwa 80 km/h fuhr. Er überholte zunächst 2-3 dieser Pkws und scherte dann nochmals nach rechts ein. Hierbei fuhr er auf der rechten Fahrspur näher zur Mittellinie hin. Danach startete er einen neuen Überholvorgang, in welchem er versuchte, zwei oder drei weitere vor ihm fahrenden Pkws zu überholen.Währenddessen bog jedoch der erste Pkw dieser Kolonne nach links in einen geteerten landwirtschaftlichen Weg ein. Hierbei kam es zur Kollision des überholenden Motorrads mit dem abbiegenden Pkw. Die Entscheidung: das OLG bestätigte die klageabweisende Entscheidung des Landgerichts, in dem es die Berufung zurückwies. Es erkannte eine besonders gewichtige Betriebsgefahr des Motorrads, die sich in dem Unfall verwirklicht habe, da der Motorradfahrer mit erheblicher Geschwindigkeit mehr als ein Fahrzeug in ... Mehr lesen »

Sturz mit Motorroller auf Kreisstraße – keine Haftung trotz ca. 15 cm tiefen Schlaglochs

Sturz mit Motorroller auf Kreisstraße – keine Haftung trotz ca. 15 cm tiefen Schlaglochs

Das Schleswig- Holsteinische Oberlandesgericht hatte über einen Fall zu entscheiden, bei welchem ein Rollerfahrer auf der ca. 4 m breiten Kreisstraße 110 im Kreis Bad Segeberg in einer leichten Rechtskurve aufgrund eines am äußersten rechten Straßenrand befindlichen Schlagloches stürzte und sich dabei nicht unerhebliche Verletzungen zuzog. Der Rollerfahrer gab an, dass er im Bereich der dort engen Straße wegen eines entgegenkommenden Autos hätte ausweichen müssen, so dass er mit seinem Roller in das Schlagloch geraten und anschließend gestürzt sei. Er vertrat die Auffassung, dass der Kreis Bad Segebergfür die Straße unterhaltspflichtig sei und seine Verkehrssicherungspflicht betreffend der Unterhaltung der Straße verletzt habe. Mehr lesen »