Donnerstag , 19 Oktober 2017
Unverschuldeter Verkehrsunfall: Ersatz des Schadens

Unverschuldeter Verkehrsunfall: Ersatz des Schadens

Schnell ist es passiert: Ein unschuldiger Motorradfahrer wurde in einen Verkehrsunfall verwickelt. In finanzieller Hinsicht kann sich dies schnell zum Super-GAU entwickeln, wenn er nicht auf einen professionellen Beistand zurückgreift.

Nach einem Unfall stehen die Betroffenen gedanklich oft erst einmal neben sich. Sind schließlich die Polizei und gegebenenfalls der Abschleppdienst verständigt, wird ihnen oft erst die Tragweite des Geschehens bewusst. Abgesehen von Sachschäden sollte spätestens dann, wenn ein Straf- oder Bußgeldverfahren eingeleitet wird, ein Strafverteidiger hinzugezogen werden, der dem Beschuldigten mit Rat und Tat zur Seite steht. Aber auch in allen anderen Fällen steht dem Geschädigten ein Rechtsbeistand zu.

> Maßnahmen der Versicherer

Die gegnerische Versicherung hat natürlich ein großes Interesse daran, den aufgetretenen Schaden möglichst gering zu halten – schließlich ist sie in der Pflicht, diesen zu ersetzen. Nimmt sich der Geschädigte in dieser Situation keinen Rechtsanwalt, kann es passieren, dass er sprichwörtlich über den Tisch gezogen wird, nämlich wenn er mögliche Kostenerstattungen nicht in Anspruch nimmt oder sich durch gezielt niedrig angesetzte Restwertgutachten einschüchtern lässt. Ein Anwalt hingegen weiß um die Tricks der Versicherer und kann helfen, dass der gesamte entstandene Schaden ausgeglichen wird.

> Schadensregulierung: Der Teufel steckt im Detail

Auf den ersten Blick scheint die Lage klar: Trägt der Unfallgegner die alleinige Schuld, so ist die gegnerische Versicherung in der Zahlungspflicht und muss das kaputte Fahrzeug ersetzen. Doch wie hoch der zu erstattende Schaden ist, lässt sich nicht einfach “Auge x Pi” ermitteln, sondern folgt exakten Richtlinien. Entscheidend sind dabei unter anderem folgende Fragen:

  • Ist ein wirtschaftlicher Totalschaden entstanden oder kann das Fahrzeug noch repariert werden?
  • Ist die Reparatur möglich, obwohl die Kosten hierfür den Wiederbeschaffungswert übersteigen würden?
  • Hat der Geschädigte einen Anspruch auf den Ersatz der Wertminderung des Fahrzeugs?
  • Muss ein von der Versicherung unterbreitetes Restwertangebot angenommen werden?

Des Weiteren spielen die folgenden Aspekte eine Rolle, wenn es um den Ersatz des Schadens geht:

  • Reparatur in einer freien Werkstatt oder in einer Vertragswerkstätte
  • Anspruch auf einen Mietwagen und Höhe des Tarifs
  • Anspruch auf Schmerzensgeld
  • Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls
  • Ersatz des Haushaltsführungsschadens

Professionelle Anwälte können das Maximale für ihre Mandanten herausholen und vertreten diese bei Bedarf auch vor Gericht, wenn über die tatsächliche Höhe des Schadensersatzes Uneinigkeit besteht oder der Anspruch auf Schmerzensgeld auf dem rechtlichen Wege erstritten werden soll. Einen guten Überblick über die möglichen, zu ersetzenden Schadensarten im Rahmen eines Verkehrsunfalls gibt dieses PDF der Jurathek.

Quelle des Artikelbildes: © Dynamic Graphics/liquidlibrary/Thinkstock

Über JR

Leidenschaftlicher Motorradfahrer, LawBike.de Betreiber

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