Verkehrssünderkartei – Geteiltes Echo auf Reformpläne: “Man muss nur weniger weit zählen”

Verkehrssünderkartei – Geteiltes Echo auf Reformpläne: “Man muss nur weniger weit zählen”

Wie bereits hier berichtet, soll die Verkehrssünderkartei reformiert werden.

„Die Grenze von 18 auf acht runter, das klingt drastisch, aber relativiert sich dadurch, dass wir die Punktezahlen auch verkürzen. Bei Vergehen, bei denen es bisher bis zu drei Punkte gab, gibt es in Zukunft nur noch einen“, erklärte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Berlin.

Das Echo auf die Reformpläne sind geteilt.

Der Verkehrsausschuss-Vorsitzende Anton Hofreiter (Grüne) sagte „Welt Online“ am 09.02.2012: „Der Nutzen der Reform ist unklar, Herr Ramsauer betreibt hier reine Symbolpolitik. Am Punktesystem ändert sich nichts, man muss nur weniger weit zählen.“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnet das Vorhaben Ramsauers als “anlasslosen politischen Arbeitsnachweis”. Bernhard Witthaut, Vorsitzender der GdP, kritisiert: „Eine wirksame Verbesserung der Verkehrssicherheit wird nicht dadurch erreicht, dass ein funktionierendes und in der Bevölkerung akzeptiertes System auf den Kopf gestellt wird“.

Der ADAC hingegen sieht die geplante Reform eher positiv: “Revolution in Flensburg! Die seit Jahren geplante Punktereform soll 2013 in Kraft treten. Viele der jetzt vorzeitig durchgesickerten Informationen sind im Kern richtig, wichtige Details der Neuordnung für Flensburg wurden jedoch noch nicht endgültig beschlossen.” Gleichzeitig betont der ADAC, dass weder die Bußgelder erhöht werden noch in Zukunft früher der Führerschein entzogen werden soll.

Oskar Riedmeyer, Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV), befürchtet dennoch einen schnelleren Führerscheinentzug: „Ich sehe die Gefahr, dass Vielfahrern durch das Ansammeln kleinerer Verstöße schneller der Führerschein entzogen wird“.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung äußerte Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), “dass über einzelne Tatbestände gesprochen werden könne. Das System als solches aber hält er für transparent genug. Da gebe es klare Tabellen, in denen jeder nachlesen könne, welches Delikt mit wie vielen Punkten geahndet werde.”

Das Verkehrszentralregister (VZR) gibt es in Deutschland übrigens bereits seit 1958. Darin werden innerhalb des Kraftfahrt-Bundesamtes die Delikte und die dafür erhaltenen Punkte der Verkehrsteilnehmer elektronisch gesammelt.

Quellen o.g. Zitate:

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4 Kommentare

  1. entgegen der hierzulande offenbar weit verbreiteten ansicht, der mensch sei des menschen wolf und könne nur mit drakonischen mitteln davon abgehalten werden, seine mitmenschen totzufahren, kann verkehr auch locker ohne dieses dogmatische korsett organisiert werden.
    das zeigt ein blick in viele länder dieser welt, deren verkehrsteilnehmer gut ohne ein solches regelwerk miteinander auskommen.

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