Verkehrsüberwachungsmaßnahme oder Abzocke? Es kommt noch besser…

Verkehrsüberwachungsmaßnahme oder Abzocke? Es kommt noch besser…

Wir berichteten hier über einen “Strafzettel” aus der Schweiz betreffend einer vorgeworfen Geschwindigkeitsüberschreitung. Nach Abzug einer Toleranz (dort als Sicherheitsmarge bezeichnet) von 5 km/h wurde einem mit 56 km/h geblitzten Mandanten ein Geschwindigkeitsverstoß von 1 km/h zur Last gelegt (51 km/h statt zulässiger 50 km/h).

Dies nahm ein freundlicher Leser unseres Blogs zum Anlass, mitzuteilen, dass ihm ähnliches widerfahren ist. Auch er erhielt aus der Schweiz eine sogenannte “Übertretungsanzeige”.

Im Gegensatz zu unserem Beispiel wurde ihm vorgeworfen, dass eine Geschwindigkeitsmessung einen Wert von 54 km/h ergeben hätte.

Jetzt könnte man denken, nach Abzug der Toleranz von 5 km/h ergibt sich ein Wert von nur 49 km/h. Weit gefehlt, denn die Bußgeldbehörde hat in dem Fall des Lesers nur noch eine Toleranz von lediglich 3 km/h angesetzt. Im Ergebnis führt dies dann auch zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung, also 51 km/h statt zulässiger 50 km/h; belegt mit einer Geldbuße von 29,63 €.

Fazit:

 

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 1 km/h kann in der Schweiz auf vielfältige Weise realisiert werden. Irgendwo muss das Gerücht, dass in der Schweiz alles etwas teurer sei, ja herstammen… 😉

Ach ja, vollstreckt wird in Deutschland erst ab 70 €


Über RA Schlemm

Rechtsanwalt Romanus Schlemm ist als Fachanwalt für Verkehrsrecht in der Kanzlei Gärth-Martin Steuerberater Rechtsanwalt PartGmbB in Wetzlar in den Rechtsgebieten Verkehrsrecht und Baurecht tätig. Webseiten: www.geblitzt-was-tun.de; www.oldtimer-recht.de; www.gaerth-martin.de

9 Kommentare

  1. Hat jemand schon ähnliches erlebt?

    • Ja, wurde vor 3 Wochen in der Schweiz geblitzt, 50er- Zone. Heute Bußgeldbescheid, 7 km zu schnell, macht 100 Euro.
      Was für eine Abzocke. Man haben wir es in Deutschland doch gut… und sind nur am meckern, wir Deutschen. Also, die Schweiz sieht micht nicht wieder.
      Selbst eine mickrige Tasse Kaffee kostet da fast 4 Euro.. da verdurste ich lieber.

  2. Zitat von einem Polizisten in der Schweiz, der auch wegen 3km/h in einer 60er Beschränkung ein Strafmandat ausgestellt hat:
    Hätten wir gewollt, dass die 63 fahren, dann hätten wir 63 angeschrieben.

    Tja, so kann man´s auch sehen 😉

  3. Die unterschiedlichen Toleranzwerte führen daher, dass einmal mittels herkömmlichem Radar (5kmh Abzug) und ein anderes mal mittels modernerem Lasermessgerät (3kmh Abzug) gemessen wurde.
    Und das Zitat vom “Fahrer” zeigt: auch Polizisten sind meist nur Menschen.
    Grüsse aus der Schweiz

  4. Andere Länder, andere Sitten. Es ist nicht überall so liberal wie bei uns.
    Zur Vollstreckung ist die 70€ Grenze belanglos, da die Schweiz bekanntermaßen nicht in der EU ist. Diesbezüglich gelten andere Abkommen, wobei es keine Vollstreckung gibt. Man sollte sich nur bewusst sein, ob man wieder mal in die Schweiz fahren will. Übrigens gelten dort auch ganz andere Verjährungsfristen als in D.

  5. 20 km/h zuviel innerorts macht 600 Franken (400 + 200 “Gerichtskosten” (?)

    innerorts hiess in diesem Fall: di Radarfalle stand in einem Industriegebiet ca 50 m vor dem Ortsausgang

    Das ist volkommen überzogen und unverhältnismässig.
    Fazit. nie wieder Uralub in der Schweiz!

  6. Sicherheitsfanatiker

    Warum fällt es dir denn so schwer, dich einfach nur an die Verkehrsregeln zu halten, egal wo. Erst beim Ortsschild ist die Ortschaft beendet, und umgekehrt hat man beim Passieren des Ortsschildes schon 50 zu fahren. Nicht erst danach bremsen, wie es die meisten machen.

  7. In der Schweiz sind die Bussgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen leider deutlich höher als bei uns in Deutschland. Ehrlich gesagt wundert es mich aber dennoch sehr das die Schweiz nicht in der Lage ist bei geringfügigen Übertretungen von lediglich 1 KM/H nach Abzug der Toleranz mal auf ein Bussgeld zu verzichten. Immerhin sollten die Menschen die geblitzt werden ja dazu bewegt werden sich in Zukunft an die Verkehrsregeln zu halten. Behördliche Maßnahmen sollten niemals als Mittel der Abzocke missbraucht werden.

  8. Zahle gerade auch für 1 km/h Übertretung nach Abzug von 3 km/h. Weder technische des Fahrzeugs noch menschliche Varianz werden berücksichtigt. Zahlbar ist der Betrag nicht in Schweizer Franken sondern nur in Euro.

    Dreist und bereicherungsverdächtig wird das Ganze, wenn ein falscher Devisenkurs zugrundegelegt wird. Der weicht bei mir immerhin um mehr als 2 Cent zu Gunsten der Stadt Zürich ab und war vom Ereignis bis heute niemals so niedrig. Wenn man bei der Geschwindigkeit übergenau ist, bei den Devisen nicht, belegt das niedere Beweggründe, die dem Image der Schweiz stark schaden.

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