Freitag , 22 September 2017
Verkehrsunfall gehabt und keine Zeugen vor Ort?

Verkehrsunfall gehabt und keine Zeugen vor Ort?

Bei einem unverschuldetem Verkehrsunfall kann es von erheblicher Bedeutung sein, wenn man auf -idealerweise unbeteiligte- Augenzeugen zurückgreifen kann, die den Unfallsachverhalt bestätigen können. Nicht selten kommt es vor, dass Unfallgegner noch am Unfallort vermeintlich einsichtig sind und dann später im Rahmen der Unfallregulierung mit dem gegnerischen Haftpflichtversicherer in ihrer Schadenmeldung plötzlich ganz andere oder widersprechende Angaben machen.

Ein ganz beliebter Klassiker bei Auffahrunfällen ist da z.B. die Behauptung, der Unfallgegner sei an der roten Ampel gestanden und beim Wechsel auf Grün einfach rückwärts gefahren. Gerne wird bei Unfällen mit Motorradfahrern auch behauptet: “Der war ja viel zu schnell!”

Schenkt dann der gegnerische Haftpflichtversicherer der Schadenmeldung seines Versicherungsnehmers Glauben und verweigert die Regulierung, dann ist man gezwungen, Klage zu erheben, was natürlich einen Zeit- und Kostenaufwand bedeutet. Aber auch im Unfallprozess kann man ein Problem haben, wenn man den Unfallhergang nicht beweisen kann.

Unfallzeugen können also sehr bedeutsam sein. Oft  wird in der Aufregung eines Verkehrsunfalls auch mal vergessen, die Personalien von Zeugen, die sich gemeldet haben, zu notieren. Leider kommt es oft vor, dass es zwar Augenzeugen gibt, diese sich aber aus Zeitgründen oder starkem Verkehrsaufkommen etc. nicht melden und einfach weiterfahren.

Eine Chance zur Zeugenermittlung bietet da das Portal vrvz.de. Dort kann man online Verkehrsunfälle in Deutschland melden und Zeugen suchen. Zusätzlich zu der Unfalldarstellung des Meldenden wird der Unfallort bei entsprechend präziser Angabe auch in einem Fenster in google-maps dargestellt.

Tipps zur Unfallregulierung finden Sie auf lawbike hier und hier.

Über RA Schlemm

Rechtsanwalt Romanus Schlemm ist als Fachanwalt für Verkehrsrecht in der Kanzlei Gärth-Martin Steuerberater Rechtsanwalt PartGmbB in Wetzlar in den Rechtsgebieten Verkehrsrecht und Baurecht tätig. Webseiten: www.geblitzt-was-tun.de; www.oldtimer-recht.de; www.gaerth-martin.de

Ein Kommentar

  1. siehe auch
    Amtsgericht Hamburg
    Az.: 53a C 151/11

    Verkündet am 30.05.2012

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