Dienstag , 22 August 2017
Zebrastreifen: Bei radfahrender Überquerung sind Radfahrer gegenüber dem Kraftverkehr wartepflichtig

Zebrastreifen: Bei radfahrender Überquerung sind Radfahrer gegenüber dem Kraftverkehr wartepflichtig

Eine interessantes Urteil aus dem vergangenen Jahr betrifft alle nicht motorisierten Biker, die -ohne abzusteigen- einen Zebrastreifen überqueren wollen (vgl. LG Frankenthal (Pfalz) v. 24.11.2010, Az.: 2 S 193/10).

Das Landgericht hat entschieden, dass Radfahrer abzusteigen haben, wenn sie beabsichtigen, einen Fußgängerüberweg zu überqueren. Anderenfalls sei der Radfahrer nicht vom Schutzbereich des Zebrastreifens erfasst. Kommt es in seiner solchen Situation zu einer Kollision mit dem Fahrzeug eines anderen Kraftfahrers, müsse der Radfahrer unter Umständen sogar damit rechnen, dass ihn eine Mitschuld trifft.

Im zugrunde liegenden Fall befuhr die beklagte Pkw-Fahrerin mit ihrem Pkw eine Straße stadtauswärts entlang, während die stadteinwärts zunächst auf einem Radweg fahrende Klägerin plötzlich auf einen vor einer Straßeneinmündung befindlichen Fußgängerüberweg wechselte und kurz vor Erreichen der gegenüberliegenden Seite von dem Pkw leicht erfasst wurde.

Das Gericht sah in dem Verhalten der Radfahrerin einen wesentlichen Verursachungsbeitrag zum Zustandekommen des Verkehrsunfalls. Im hiesigen Fall trug die Radfahrerin nach Auffassung des Gerichts eine hälftige Mitschuld.

Ist der Unfall für den Kraftfahrer unvermeidbar, müssen Radfahrer, die den Zebrastreifen radfahrenderweise überqueren, möglicherweise mit einer Alleinschuld rechnen.

Fazit:

Radfahrer sollten absteigen, wenn sie die Straße auf einem Zebrastreifen überqueren. Im Gegensatz zu Fußgängern haben nicht schiebende Radfahrer unabhängig von ihrer Geschwindigkeit keinen Vorrang und sind daher wartepflichtig.

Über JR

Leidenschaftlicher Motorradfahrer, LawBike.de Betreiber

Ein Kommentar

  1. Ich frage mich, warum es für die Klärung dieser Frage eines Gerichtsurteils bedurfte. Das hat man doch schon in der Fahrschule (oder im Kindergarten?) gelernt? FUSSGÄNGERüberweg sollte doch eindeutig genug sein.
    Vielleicht brauchte da ein Anwalt etwas Taschengeld? Sonst hätte er seiner Mandantin doch von solch einer Klage abraten müssen.

    P.S.: Den Lawbikern und allen Lesern ein schönes neues Jahr!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*